Das Bundeskanzleramt ist nicht ganz dicht. Bundeskanzlerin Merkel verlässt deswegen erstmal ihr Büro.
Auch wenn man der Meinung sein könnte, die Überschrift dieses Eintrags spielt auf die bundesdeutsche Politik an, so muss ich den geneigten Leser leider enttäuschen. Denn Frau Dr. Merkel leidet unter den Baumängeln, die sowohl das Kanzleramt, als auch andere Regierungsgebäude nur wenige Jahre nach der Fertigstellung plagen.
Experten hatten vor einiger Zeit Brandschutzmängel und undichte Wände im Bundeskanzleramt festgestellt. Das rund 250 Millionen Euro teure Gebäude ist erst 2001 fertig geworden, aber schon jetzt „voller Risse“, sagte ein ehemaliger Bauleiter dieser Zeitung. In der Tiefgarage tropfe es, die Betonwanne des gesamten Baus sei „allgemein in einem schlechten Zustand“. Auch Teppiche mussten, nachdem sie von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erstmals vor neun Jahren offiziell betreten worden sind, ausgetauscht werden [...]. (Quelle: Berliner Tagesspiegel)
Trotz der Kosten, die durch die fälligen Sanierungsarbeiten auf den Steuerzahler zukommen, kann man der ganzen Geschichte doch einen humoresken Faktor nicht absprechen. So drückt der Zustand des Gebäudes perfekt die Situation in der bundesdeutschen Politik aus.
Das Gebäude wurde schnell errichtet, der Umzug von Bonn nach Berlin kam überraschen, sehr überraschend und alles musste schnell gehen. Eine saubere Bauabnahme fand offensichtlich nicht statt. Wie oft sind in den letzten Jahren Gesetze verabschiedet worden, die ebenso in Eile entstanden, nicht richtig durchgesehen wurden, nicht mit der Verfassung abgeglichen wurden und so schließlich nachgebessert werden mussten? Zu viele in meinen Augen. Sowohl bei der Bauaufsicht, als auch in der Gesetzgebung haben die Volksvertreter offensichtlich ihre Sorgfaltspflicht vergessen.
Ausbaden muss es wie immer die “Cash-Cow” der Nation. Der Steuerzahler.
