Es gibt einen sehr alten Mythos: Geld gewinnt Wahlen – zumindest in den USA
“Die Grundlage für Bloombergs kaiserliche Regentschaft ist Geld”, schimpft das “New York Magazine”, “Bloomberg besitzt diese Stadt”. Auch der “New Yorker” mokiert sich: “Er wirkt eher wie ein Medici als ein Bürgermeister.” (Quelle und mehr auf: spiegel.de)
Sowohl in der amerikanischen, als auch (im Fall von spiegel.de) in der deutschen Presse ist immer wieder der Mythos zu lesen, Geld gewinne die Wahlen. Zumindest in den USA. Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen muss die Frage erlaubt sein, ob dem so ist.
Der Ökonom Stephen J. Dubner (Link: englische Wikipedia) bezweifelt diese These in seinem empfehlenswerten Buch “Freakonomics: A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything” (Link englische Wikipedia). Dubner behandelt hier die Frage, ob es wirklich einen kausalen Zusammenhang zwischen dem investierten Geld des Kandidaten und dem Wahlergebnis gibt.
In this, they disprove the widely-held truism that ‘money buys elections’. [...] They dispute the commonly held assumption that the spending causes the win. Instead they point out that anticipated win – or possible win – will often attract the campaign money. When candidates obtain large amounts of money it is usually because they are seen to be the best candidate or the one mostly likely to win. Based on Levitt’s study of campaign spending by the same candidates against the same competitors over decades of US congressional elections, it was found that ‘the amount of money spent by the candidates hardly matters at all. A winning candidate can cut his spending in half and lose only 1% of the vote. Meanwhile, a losing candidate who doubles his spending can expect to shift the vote in his favor by only that same 1%’. The Freakonomics authors conclude that campaign spending has a very small impact on election outcomes, regardless of who does the spending. (Quelle: Bryce Edwards)
Aus der oben aufgeführten Sichtweise ergibt sich also, dass die Grundaussage des Artikels auf spiegel.de nicht zwangsläufig den objektiven Tatsachen entspricht, sondern viel mehr einem gefühlten Wissen entspricht. Hier wäre ein tieferer Einstieg in die Materie empfehlenswert gewesen. Dennoch muss man sagen, dass der Beitrag die Person Michael Bloombergs gut abbildet und als Kurzportrait sicherlich zu empfehlen ist.
